Fast 100 Jahre Verantwortung für den Schießbetrieb
Von den ersten vier Schützenbrüdern im Jahr 1929 bis zum heutigen Team: Die Schießkommission hat den Schießbetrieb des Jesteburger Schützenvereins über fast ein Jahrhundert hinweg organisiert, weiterentwickelt und durch schwierige Phasen getragen. Diese Kontinuität – getragen von Generationen engagierter Mitglieder – ist bis heute die Grundlage dafür, dass Training, Wettkämpfe und Schützenfest sicher und in geordneten Bahnen ablaufen können.
Im Menü “Schießsport” haben wir die Aufgaben der Schießkommission bereits vorgestellt: die Organisation des Schießbetriebs, die Standaufsichten, das Zusammenspiel aus Tradition und Leistungssport sowie die Ausbildung unserer Mitglieder.
Ergänzend dazu blicken wir hier auf die fast einhundertjährige Geschichte dieser Abteilung zurück – auf ihre Gründung, ihre Leiter und einige bewegte Kapitel, die sie in dieser Zeit durchlaufen hat.
Die Gründung 1929
Lange Zeit lag die Verantwortung für den Schießbetrieb bei den Kommandeuren des Vereins: Nach den Satzungen von 1868 und 1900 leiteten sie „unter Assistenz der Offiziere“ das Schießen. Eine eigenständige Schießkommission wird erstmals im Protokoll der Generalversammlung vom 5. Mai 1929 erwähnt. Ihr gehörten die Schützenbrüder Heinrich Albers, Paul Beckendorf, Karl Kröger und Feddersen an. Bei derselben Sitzung fiel zudem der Beschluss, dem Verein eine eigene Abteilung für Kleinkaliberschützen anzugliedern; mit deren Leitung wurden Albin Körner, Paul Beckendorf, Paul Maack, Rademacher und Rudolf Maack betraut.
In den Folgejahren wurde die Schießkommission offenbar jährlich neu bestimmt: Bei der Generalversammlung am 3. Mai 1931 wurde sie erneut zusammengestellt – erstmals mit dabei war Siegfried Rieckmann, der die Geschicke der Kommission später über Jahrzehnte prägen sollte. Zugleich wurde beschlossen, aus der Kommission heraus einen eigenen „Offizier für das Schießwesen“ zu wählen.
Vom Schießwart zur festen Institution
Am 5. Mai 1938 wurde Siegfried Rieckmann zum ersten Schießwart des Vereins bestellt und für sein bisheriges Engagement in das Offizierkorps aufgenommen. Im selben Jahr, am 4. Dezember 1938, traten Walter Meyer und Ernst Bahlburg der Schießkommission bei – zwei Namen, die die Abteilung ebenfalls über viele Jahre mitgestalten sollten.
Einen wichtigen Einschnitt markiert das Protokoll der Generalversammlung vom 2. Dezember 1951: Der Schießkommission wurde nun die gesamte Aufsicht beim Schießen übertragen – einschließlich des Vogelschießens – nachdem sie diese Aufgabe schon zuvor zur Zufriedenheit der Mitglieder wahrgenommen hatte. Ihren Anordnungen war fortan unbedingt Folge zu leisten. Der Kommission gehörten zu diesem Zeitpunkt an:
- Siegfried Rieckmann, Schießoffizier
- Hermann Meyer, Dachdeckermeister
- Rudolf Foth, Schuhmachermeister
- Ernst Bahlburg, Tischlermeister
- Walter Meyer, Drechslermeister
- Adolf Kramer, Jesteburg
- Gustav Menk, Bendesdorf
Am 1. Mai 1957 kam es – aus heute nicht mehr bekannten Gründen – zur Auflösung und Neuwahl der Schießkommission. Ihr gehörten anschließend zwölf Schützenbrüder an, unter anderem weiterhin Siegfried Rieckmann, Walter und Hermann Meyer sowie Ernst Bahlburg, ergänzt um Franz Schwan, Harry Behr, Sepp Bauer, Günther Peters und August-Wilhelm Jagau.
Wechsel an der Spitze
Siegfried Rieckmann, seit 1938 Leiter der Schießkommission, wurde im November 1957 von Hermann Meyer sen. abgelöst, der das Amt zunächst kommissarisch führte. Am 8. Mai 1960 wählten die Mitglieder Ernst Bahlburg zum neuen Leiter.
Die 1960er Jahre waren für die Schießkommission keine leichte Zeit. Ein Protokollauszug vom 6. November 1966 beschreibt, wie Ernst Bahlburg offen ansprach, dass die Arbeit der Kommission oft zu wenig gewürdigt werde – woraufhin der Vereinspräsident betonte, diese Arbeit nehme eine besondere Stellung ein, die kaum hoch genug eingeschätzt werden könne. Gleichzeitig blickte Bahlburg auf beachtliche sportliche Erfolge zurück: Bei 15 Pokalschießen hatte die Vereinsmannschaft neun Pokale gewonnen, und der Nachwuchs zeigte sich sehr aktiv. Sorgen bereiteten dagegen schadhafte Schießautomaten und der Wunsch nach einer Modernisierung des Schießstandes – Pläne, für die zu jener Zeit schlicht die Mittel fehlten.
Am 2. April 1967 trat Ernst Bahlburg zurück. Sein Stellvertreter Franz Schwan übernahm kommissarisch die Leitung, bis am 10. November 1968 Heino Meibaum zum neuen Leiter der Schießkommission gewählt wurde.
21 Jahre unter Heino Meibaum
Heino Meibaum prägte die Schießkommission über zwei Jahrzehnte – als Organisator und, weit über die Vereinsgrenzen hinaus bekannt, als ausgezeichneter Schütze. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Kommission setzte er sich mit großem Idealismus für den Bau des Luftgewehrstandes und den Ausbau des Kleinkaliberschießstandes ein und trug so maßgeblich zur Verbesserung der Schießsportanlage bei. Unter seiner Leitung vertrat die Schießkommission den Verein bei zahlreichen schießsportlichen Veranstaltungen auch nach außen – eine Aufgabe, die dem Buchautor Paul Hainacher zufolge damals wie heute besonders gefordert ist.
Quelle: Paul Hainacher, „Meine Freunde – die Jesteburger Schützen“, 1989 (Vereinschronik).
Aktuelle Leitung
Seit 2023 wird die Schießkommission von Karsten Menk geleitet. Für den sportlichen Bereich zeichnet seit 2022 Olaf Lange als Leiter Schießsport verantwortlich.
Chronik: Die Leiter der Schießkommission seit 1938
| Zeitraum | Leiter Schießkommission |
| 1938 – 1957 | Siegfried Rieckmann |
| 1957 – 1960 | Hermann Meyer, sen. |
| 1960 – 1967 | Ernst Bahlburg |
| 1967 – 1968 | Franz Schwan |
| 1968 – 1992 | Heino Meibaum |
| 1993 – 2015 | Wolfgang Meyer |
| 2015 – 2020 | Gunnar Jäckel |
| 2020 – 2023 | Rüdiger Schley |
| 2023 – heute | Karsten Menk |
Chronik: Die Leiter Schießsport seit 2015
Der Bereich Schießsport wird seit 2015 als eigenständige Leitungsfunktion innerhalb der Kommission geführt:
| Zeitraum | Leiter Schießsport |
| 2015 – 2022 | Ralf Papendorf |
| 2022 – heute | Olaf Lange |
