Hirschkäferkönigschießen 2026
– Historisches Schießen der Pistolengruppe wiederbelebt
Lucanus cervus – der Hirschkäfer ist mit einer Größe von bis zu neun Zentimetern einer der größten Käfer Mitteleuropas. Trotz seiner imposanten Zangen ist er für den Menschen vollkommen ungefährlich und auch nicht giftig.
Ein ganz besonderes Exemplar des Hirschkäfers steht seit vielen Jahren für die Pistolengruppe unseres Vereins. Denn das traditionelle Hirschkäferschießen geht auf unseren verstorbenen Schützenkameraden Robert Weidner zurück. Robert verstarb im März dieses Jahres im Alter von 94 Jahren. Als Major, Leiter der Pistolengruppe von 1991 bis 1998 sowie von 2003 bis 2007 und Führer der 3. Kompanie von 1993 bis 2001 prägte er das Vereinsleben über viele Jahre.
Unser Robert war zudem der „Vater“ des Hirschkäferschießens. In seiner kleinen Kellerwerkstatt fertigte er die Hirschkäfer eigenhändig aus Holz und stellte dem Verein damit gleich mehrere Exemplare zur Verfügung. So wurde aus seiner handwerklichen Arbeit eine Tradition, die nun zu seinen Ehren wieder aufleben konnte.
Am 12. September 2026 wurde das historische Event durch die Pistolengruppe wiederbelebt. Der Einladung zur „Großwildjagd“ folgten zahlreiche Mitglieder der Gruppe. Auch der amtierende König ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit seinem Gefolge dabei zu sein.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Die Kaffeetafel war liebevoll dekoriert und reichlich gedeckt: Kuchen, Laugenstangen und Getränke aller Art standen für die hungrigen und durstigen Jäger bereit.
Bevor die Jagd begann, erläuterte Mattse kurz das Procedere: Jeder Schütze hatte genau einen Schuss, anschließend erfolgte ein Schützenwechsel. So blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten – und zwischen den Schüssen blieb natürlich ausreichend Zeit für das eine oder andere fachkundige „Pulvergeschwätz“.
Die Reihenfolge der zu erlegenden Käferteile war klar festgelegt: linke Zange, rechte Zange, Hals und schließlich der Körper.
Bereits nach einer Viertelstunde fiel die linke Zange. Damit schien zunächst eine kurze Veranstaltung bevorzustehen. Doch die rechte Zange erwies sich als deutlich hartnäckiger. Zwar gab es immer wieder kleine Absplitterungen, zum Fallen konnte sich das gute Stück jedoch zunächst nicht durchringen.
Im Kreis der Schützen wurde zwischenzeitlich eifrig über den richtigen Haltepunkt diskutiert.
Zahlreiche Treffer sorgten zwar für sichtbare Spuren, führten aber nicht zum gewünschten Erfolg.
Auch der Käfertorso musste zwischenzeitlich nach einem Treffer unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften wieder ordnungsgemäß montiert werden. Doch die Jäger gaben nicht auf. Nach rund zwei Stunden war der Hirschkäfer schließlich vollständig erlegt.

Die erfolgreichen Schützen, von links:
- Linke Zange: Andreas Kötter
- Kopf/Hals: Christian Meyer
- Rechte Zange: Dirk Röber (ohne Bild)
- SM Axel Brauer
- Rumpf: Dirk Schmanns
Doch damit war die Jagd noch nicht beendet. Die Namen aller Schützen, die einen Käferteil regulär abgeschossen hatten, wanderten anschließend in den Lostopf.
Dann schlug die Stunde der Glücksfee:
Thomas Hartmann übernahm die Auslosung und zog den Namen des neuen Hirschkäferkönigs.
Der neue Hirschkäferkönig 2026 heißt Christian Meyer!
Damit fand die Wiederbelebung des historischen Hirschhornkäferschießens einen gelungenen Abschluss.
Ganz im Sinne seines Erfinders Robert Weidner wurde eine alte Tradition fortgeführt – mit viel Spaß, geselligem Beisammensein und natürlich einer gehörigen Portion sportlichem Ehrgeiz.
Seine Majestät Axel Brauer lobte die Ausrichtung dieser Veranstaltung ausdrücklich und gab der Hoffnung Ausdruck, dass diese Tradition auch zukünftig weitergelebt wird.
Nachfolgend noch einige fotografische Impressionen der Veranstaltung:

